Das Working Paper von Leonie Hautle («CBDC – Digitales Bargeld oder Überwachungsinstrument?») untersucht, wie eine Schweizer Retail‑CBDC so gestaltet werden kann, dass sie den digitalen Zahlungsverkehr stärkt, ohne zum Überwachungsinstrument zu werden.
Im Zentrum steht das Spannungsfeld zwischen finanzieller Privatsphäre (Art. 13 BV) und Finanzmarktintegrität (GwG, FATF‑Standards). Anhand von Bargeld (hohe Anonymität, geringe Regulierung) und Buchgeld (hohe Transparenz, starke GwG‑Pflichten, Bankgeheimnis) zeigt die Autorin, wie der Gesetzgeber heute zwischen Freiheit und Kontrolle balanciert.
Darauf aufbauend analysiert das Paper den digitalen Euro und entwickelt für die Schweiz ein Modell: eine staatlich emittierte, tokenbasierte, primär online nutzbare CBDC mit Intermediären (v. a. Banken), anonymen Zahlungen für Nutzer, selektiver Transparenz auf Händlerseite und moderaten Limits zur Geldwäschereibekämpfung. Damit wird die Relevanz einer CBDC als digitales «Bargeld‑Äquivalent» betont, das Privatsphäre schützt und zugleich die Integrität des Finanzsystems wahrt.




