Gewässerschutzgesetz (GSchG) › 6. Titel: Schlussbestimmungen / Titre 6: Dispositions finales › 3. Kapitel: Referendum und Inkrafttreten / Chapitre 3: Référendum et entrée en vigueur
Kommentiert von Delia Fehr-Bosshard / Lukas Stocker
Inhaltsübersicht
1 Gesuche um Abgeltungen nach Artikel 61 Absatz 2 Buchstaben a, b, c, e und f des Gewässerschutzgesetzes in der Fassung vom 24. Januar 1991 werden nach diesem Recht beurteilt, wenn sie vor dem 1. Januar 1995 eingereicht wurden. An die Stelle der darin enthaltenen Bedingung, dass mit der Erstellung innerhalb von fünf Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes begonnen wird, tritt die Bedingung, dass der erstinstanzliche Entscheid über die Erstellung der Anlage vor dem 1. November 1997 getroffen ist.
2 Gesuche um Abgeltungen nach Artikel 61 Absatz 1 Buchstabe c des Gewässerschutzgesetzes in der Fassung vom 18. März 1994 werden nach diesem Recht beurteilt, wenn sie vor dem 1. November 2002 eingereicht werden und die Massnahmen vor diesem Datum getroffen und abgerechnet sind.
3 Gesuche um Abgeltungen nach Artikel 61 Absatz 2 des Gewässerschutzgesetzes in der Fassung vom 18. März 1994, die vor Inkrafttreten dieser Änderung eingereicht wurden, werden nach dem neuen Recht beurteilt.
Dispositions finales de la modification du 20 juin 1997
1 Les demandes d’indemnités déposées en vertu de l’art. 61, al. 2, let. a, b, c, e et f, de la loi sur la protection des eaux dans sa version du 24 janvier 1991 sont appréciées en fonction de ces dispositions si elles ont été présentées avant le 1er janvier 1995. Toutefois, la condition selon laquelle la réalisation doit avoir commencé dans les cinq ans qui suivent l’entrée en vigueur de la loi est remplacée par la condition selon laquelle la décision de première instance relative à la réalisation de l’installation doit avoir été prise avant le 1er novembre 1997.
2 Les demandes d’indemnités déposées en vertu de l’art. 61, al. 1, let. c, de la loi sur la protection des eaux dans sa version du 18 mars 1994 sont appréciées en fonction de ces dispositions si elles sont présentées avant le 1er novembre 2002 et que les mesures sont prises et font l’objet d’un décompte de subventions avant cette date.
3 Les demandes d’indemnités déposées en vertu de l’art. 61, al. 2, de la loi sur la protection des eaux dans sa version du 18 mars 1994 avant l’entrée en vigueur de la présente modification sont appréciées en fonction du nouveau droit.
Disposizioni finali della modifica del 20 giugno 1997
1 Le domande di indennità giusta l’articolo 61 capoverso 2 lettere a, b, c, e ed f della legge sulla protezione delle acque nella versione del 24 gennaio 1991 sono decise secondo questo diritto se sono presentate prima del 1° gennaio 1995. Al posto della condizione ivi contenuta, secondo la quale i lavori di costruzione dovevano incominciare entro cinque anni dall’entrata in vigore della legge, subentra la condizione secondo cui la decisione di prima istanza sulla costruzione dell’impianto deve essere presa prima del 1° novembre 1997.
2 Le domande di indennità giusta l’articolo 61 capoverso 1 lettera c della legge sulla protezione delle acque nella versione del 18 marzo 1994 sono decise secondo questo diritto se sono presentate prima del 1° novembre 2002 e se i provvedimenti sono presi e conteggiati prima di tale data.
3 Le domande di indennità giusta l’articolo 61 capoverso 2 della legge sulla protezione delle acque nella versione del 18 marzo 1994, presentate prima dell’entrata in vigore della presente modifica, sono decise secondo il nuovo diritto.
N 1 Das Sanierungsmassnahmengesetz 1993 führte zu verschiedenen Beitragskürzungen im Gewässerschutzgesetz (vgl. Art. 61 und 62 GSchG), enthielt jedoch lediglich zu Art. 61 Abs. 1 GSchG i.d.F. vom 24. Januar 1991 eine Übergangsbestimmung (Schlussbestimmung). Übergangsregelungen zu Art. 61 Abs. 2 GSchG i.d.F. vom 24. Januar 1991 fehlten dagegen.
N 2 Art. 61 Abs. 2 GSchG i.d.F. vom 24. Januar 1991 sah Abgeltungen an diverse Anlagen und Einrichtungen zum Gewässerschutz vor, eine der Voraussetzungen der Subventionsgewährung war indes, dass mit der Erstellung innerhalb von fünf Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes, also vor dem 1. November 1997, begonnen wurde. Zahlungsrückstände des Bundes führten dabei zum Ergebnis, dass diese Anlagen gebaut werden mussten, ohne dass die Abgeltungen des Bundes zeitgerecht zur Verfügung standen, was zu Finanzierungsschwierigkeiten bei den Projekten führte (Botschaft GSchG 1996, 1220).
N 3 Die Probleme bei der Finanzierung der Anlagen und Einrichtungen für den Gewässerschutz führten zur dringlichen einfachen Anfrage Schweingruber vom 6. März 1995 (95.1025), welche wie folgt lautete: «Ist der Bundesrat bereit, den eidgenössischen Räten einen dringlichen Bundesbeschluss vorzulegen, der zum Ziel hat, die vom Gesetz vorgesehenen Fristen und die in den Richtlinien des BUWAL festgesetzten Termine für den Bau der Anlagen und Einrichtungen für den Gewässerschutz und die Abwasserreinigung zu verlängern?» (Botschaft GSchG 1996, 1220). In seiner Antwort vom 12. April 1995 anerkannte der Bundesrat die Dringlichkeit des Problems und erklärte sich bereit, eine Lösung vorzuschlagen. Die Regelung sollte sich gemäss Bundesrat auf die vor dem 1. Januar 1995 eingereichten Gesuche beschränken und dem Bund keine zusätzlichen Ausgaben bescheren (Botschaft GSchG 1996, 1220).
N 4 Diese Regelungen bzw. Übergangsbestimmungen wurden schliesslich mit den Schlussbestimmungen des GSchG vom 20. Juni 1997 (AS 1997 2243; BBl 1996 IV 1217) erlassen.
N 5 Keine Übergangsregelung wurde bei den Beiträgen an Anlagen zur Entsorgung von Sonderabfällen getroffen, da sich hier nichts änderte; sie wurden anlässlich der Gesetzesrevision vom 18. März 1994 beschränkt beibehalten (Art. 61 Abs. l Bst. f i.d.F. vom 18. März 1994) und mit der damaligen Revision materiell nicht verändert. Für Gesuche nach Art. 61 Abs. 3 GSchG i.d.F. vom 18. März 1994, welche nach dem 1. Januar 1995 gestellt wurden, blieb Art. 62 Abs. 2 GSchG i.d.F. vom 18. März 1994 anwendbar, sofern mit der Erstellung der Anlage vor dem 1. November 1995 begonnen wurde (Botschaft GSchG 1996, 1233).
N 6 Die Übergangsbestimmungen beziehen sich auf das Beitragsregime von Art. 61 Abs. 1 und 2 GSchG. Im Einzelnen geht es um Art. 61 Abs. 2 Bst. a, b, c, e und f GSchG i.d.F. vom 24. Januar 1991 sowie Art. 61 Abs. 1 Bst. c und Abs. 2 GSchG i.d.F. vom 18. März 1994 (zur Entstehungsgeschichte dieser Bestimmungen vgl. Vor Art. 61–66 N 1 ff., Art. 61 N 1 ff. und 62 GSchG N 1 ff.).
N 7 Es handelt sich hierbei um eine subventionsrechtliche Bestimmung, weshalb das SuG zu beachten ist (vgl. auch Vor Art. 61–66 GSchG N 18).
N 8 Der im Zuge des Sanierungsmassnahmengesetz 1993 eingefügte Art. 61 Abs. 3 GSchG i.d.F. vom 18. März 1994, welcher auf den 1. Januar 1995 in Kraft trat, ersetzte Art. 61 Abs. 2 Bst. a, b, c, e, f GSchG i.d.F. vom 24. Januar1991 und hielt fest, dass für Anlagen und Einrichtungen nur noch Abgeltungen geleistet werden, wenn mit der Erstellung vor dem 1. November 1995 begonnen wurde. Eine übergangsrechtliche Lösung musste deshalb getroffen werden, weil damit das vor dem 1. Januar 1995 geltende Recht nachträglich geändert wurde.
N 9 Abs. 1 der Schlussbestimmungen GSchG i.d.F. vom 20. Juni 1997 gilt für Gesuche um Abgeltungen nach Art. 61 Abs. 2 Bst. a, b, c, e und f des GSchG i.d.F. vom 24. Januar 1991 und hält fest, dass die Gesuche nach diesem Recht (GSchG i.d.F. vom 24. Januar 1991) beurteilt werden, wenn sie vor dem1. Januar 1995 eingereicht wurden.
N 10 Abs. 1 der Schlussbestimmungen bestimmt ausserdem, dass an die Stelle der in Art. 61 Abs. 2 GSchG i.d.F. vom 24. Januar 1991 enthaltenen Bedingung, dass mit der Erstellung innerhalb von fünf Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes, also bis am 1. November 1997, begonnen wurde, neu die Bedingung tritt, dass der erstinstanzliche Entscheid über die Erstellung der Anlage vordem 1. November 1997 getroffen wird.
N 11 Die für Abs. 1 der Schlussbestimmung massgeblichen Fristen sind mittlerweile abgelaufen, weshalb die Bestimmung gestrichen werden könnte.
N 12 Abs. 2 der Schlussbestimmungen bezieht sich auf den durch die Revision vom 20. Juni 1997 aufgehobenen Subventionstatbestand der Schadendienste (Art. 61 Abs. 1 Bst. c GSchG i.d.F. vom 18. März 1994). Aus Gründen des Vertrauensschutzes wurde hier eine übergangsrechtliche Frist gewährt. Gesuche um Abgeltungen nach Art. 61 Abs. 1 Bst. c GSchG i.d.F. vom 18. März 1994 werden nach dem alten Recht (Art. 62 Abs. 2 GSchG i.d.F. vom 18. März 1994) beurteilt, wenn sie vor dem 1. November 2002 eingereicht und die Massnahmen vor diesem Datum getroffen und abgerechnet werden (Botschaft GSchG 1996, 1233).
N 13 Für die anderen aufgehobenen Tatbestände (zusätzliche Massnahmen bei zentralen Abwasserreinigungsanlagen, Kanalisationen anstelle von zusätzlichen Massnahmen, Behandlung und Verwertung von entwässertem und gefaultem Klärschlamm gemäss Art. 61 Abs. 1 Bst. a, b und e GSchG i.d.F. vom 18. März 1994) wurden keine Übergangsbestimmung vorgesehen, damit der Zeitpunkt des Abbaus der Subventionen mit dem der Einführung desVerursacherprinzips übereinstimmen konnte (Botschaft GSchG 1996, 1233).
N 14 Die für Abs. 2 der Schlussbestimmung massgeblichen Fristen sind ebenfalls mittlerweile abgelaufen, weshalb die Bestimmung gestrichen werden könnte.
N 15 Die übergangsrechtliche Regelung zu Gesuchen um Abgeltungen an Anlagen zur Behandlung oder Verwertung von Siedlungsabfällen nach Art. 61 Abs. 2 GSchG i.d.F. vom 18. März 1994 trifft Abs. 3 der Schlussbestimmungen. Wurden solche Gesuche vor Inkrafttreten des GSchG i.d.F. vom 20. Juni 1997, d.h. vor dem 1. November 1997, eingereicht, aber noch nicht zugesichert, werden sie nach dem neuen Recht (GSchG i.d.F. vom 20. Juni 1997) beurteilt. Das Anknüpfen des Subventionsanspruchs an den erstinstanzlichen Entscheid über die Erstellung der Anlage verbesserte gemäss Bundesrat die Stellung des Beitragsempfängers, da der Anspruch nicht mehr vom Zufallsfaktor Zeitbedarf für allfällige Einsprachen und Beschwerdeverfahren abhängig war (Botschaft GSchG 1996, 1233). Die vorgesehene rückwirkende Geltung des neuen Kriteriums für alle bereits hängigen Gesuche wurde deshalb als gerechtfertigt angesehen (Botschaft GSchG 1996, 1233).
N 16 Auch hier sind wiederum die entsprechenden Fristen abgelaufen, weshalb die Bestimmung gestrichen werden könnte.
Résumé
N 17 La loi fédérale sur les mesures d'assainissement 1993 contribua à diverses réductions des subventions selon la LEaux. Cette loi contenait toutefois seulement des dispositions transitoires relatives à l'art. 61 al. 1 LEaux du 24 janvier 1991 et non celles relatives à l'art. 61 al. 2 LEaux du 24 janvier 1991.
Les dispositions transitoires manquantes ont été finalement adoptées grâce aux dispositions finales de la LEaux du 20 juin 1997. Les délais contenus dans ces dispositions finales sont échus.