Digital Policy Leadership Program

Das Programm "Digital Policy Leadership" steht Bachelorstudierenden aller Stuidengänge des INSPER (São Paulo) und der Universität St. Gallen offen. Es richtet sich an alle, die sich Wissen, Erfahrung, ein Netzwerk und Führungskompetenz im Bereich Digitalpolitik aneigenen möchten und dabei von internationaler Erfahrung und der Betruung durch Professorinnen und Professoren sowie Forschenden profitieren wollen. 

Die Universität St. Gallen ist spezialisiert auf Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Jura, Internationale Beziehungen und Informatik und bietet ein umfassendes Curriculum sowie Forschung zu Themen der digitalen Technologien. Das INSPER ist eine führende Institution in São Paulo, Brasilien, und bietet innovative und interdisziplinäre Studiengänge in Jura, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Informatik und Ingenieurwissenschaften an. Das Austausch Büro des INSPER bietet Austauschstudierenden umfassende Unterstützung und Integrationsmöglichkeiten. 

St. Gallen, die Hauptstadt des Kantons St. Gallen, beherbergt Kulturerbestätten von nationaler Bedeutung und ist UNESCO-Welterbestätte. Die Stadt liegt inmitten von Natur und Bergen und bietet ein lebendiges Student:innenleben. São Paulo, Brasiliens grösste Stadt, ist eine pulsierende Metropole und ein Zentrum für Technologieunternehmen, digitale Politikforschung und Interessenvertretung. Die Stadt bietet eine dynamische Mischung kultureller Erlebnisse und ist somit ein attraktiver Ort zum Leben und Studieren.

 

Exchange Details

Partner: Universität St. Gallen, Schweiz und INSPER, Brasilien

Dauer: 4 or 5 Monate im Ausland, im Herbst- oder Frühjahrssemester

Schlüsselpunkte

  • Fokusprogramm: Brückenbau zwischen Brasilien und der Schweiz in Fragen der Digitalpolitik. 
  • Interdisziplin$rer Ansatz: Zusammenarbeit von Recht, Wirtschaftswissenschaften, Betriebswirtschaft und Informatik bzw. Ingenieurwesen. 

Das von der Lemann-Stiftung geförderte und von der Universität St. Gallen und INSPER angebotene Programm bietet Bachelorstudierenden die Méglichkeit, von den Stärken beider Institutionen im Bereich der Digitalpolitik zu profitieren. 

Die Teilnehmenden besuchen Lehrveranstaltungen, führen Forschungsprojekte durch und knüpfen Kontakte, um ihre Kenntnisse und Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Das Programm integriert interdisziplinäre Perspektiven aus dem schweizerischen und brasilianischen Kontext und bietet Chancen zur Entwicklung von Führungsqualitäten und Karrierewegen in der Digitalpolitik. 

Im Rahmen des Austauschprogramms werden die Studierenden an Aktivitäten teilnehmen, die ihr Verständnis und ihre Fähigkeiten im Bereich der Digitalpolitik verbessern sollen, darunter: 
 Forschungsprojekte: Leisten Sie wöchentlich vier bis acht Stunden für FOrschungsprojekte an der Gastinstitution.
Mentor:innenprogramm: Erhalten Sie während des gesamten Programms Unterstützung von erfahrenen Mentor:innen. 
Tag der Digitalpolitik: Organisieren Sie eine Veranstaltung, die das gesellschaftliche Engagement zu wichtigen Themen fördert. 
• Besuche zum Netzwerken und Lernen: Nehmen Sie an Exkursionen teil zum Kennenlernen von Institutionen und Interessengruppen in Genf sowie brasilianischen Politik- und Forschungseinrichtungen in São Paulo. 

Die Lemann-Stiftung übernimmt die Kosten für Flüge, Visa, Unterkunft und Verpflegung für die Dauer des Auslandsstipendiums. 

Bewerbende müssen Bachelorstudierende der Universität St. Gallen/INSPER sein, ein ausgeprägtes Interesse an Digitalpolitik mitbringen und nachweisen können, dass das Programm ihren Karrierezielen entspricht. Die Teilnehmenden verpflcihten sich zur aktiven Teilnahme an den Programmaktivitäten. 

An der Universität St. Gallen werden viele Kurse auf Englisch angeboten. Deutschkenntnisse sind im Student:innenleben von Vorteil. Dafür bieten die Mobilitätsdienste der Universität St. Gallen vor jedem Semester einen Grundkurs an. 

An der INSPER: Obwohl die Kuse an der INSPER auf Englisch belegt werden können, sind Grundkenntnisse der portugiesischen Sprcahe für die Eingewöhnung und Integration von Vorteil. Die Universität St. Gallen bietet Portugiesischkurse an, die erfolgreichen Bewerber:innen empfohlen werden. 

Für Studierende der Universität St. Gallen: Bewerbungen für das Herbstsemester 2027 und Frühlingssemester 2028 werden in den folgenden Monaten möglich sein. 

Für INSPER Studierende: Bewerbungen für das Frühlingssemester 2027 werden angenommen seit Februar 2026. Die Bewerbungsfrist endet am 20 April 2026. Bitte besuchen Sie das Bewerbungsportal, um alle erforderlichen Dokumente einzureichen. 

Mariana Valente

Ich bin Juniorprofessorin (mit Tenure-Option) für Internationales Recht und Ökonomie an der Universität St. Gallen in der Schweiz. Zudem bin ich stellvertretende Direktorin von InternetLab, einem Thinktank in São Paulo, der sich mit der Entwicklung evidenzbasierter, menschenrechtskonformer Internetpolitik befasst. Meine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen KI und Platform Governance aus soziotechnischer Perspektive sowie im Bereich des geistigen Eigentums und kultureller sowie wissensbezogener Praktiken. Ich war Mitglied der Expert:innenkommission des brasilianischen Senats, die einen Entwurf für ein KI-Regulierungsgesetz erarbeitet hat. 

Vior meinem Umzug in die Schweiz unterrichtete und koordinierte ich neben meiner Tätigkeit bei InternetLab das Zertifikatsprogramm "Recht und Technologie" im Rahmen der Executive Education bei INSPER. Zuvor arbeitete ich im Zentrum für Technologie und Gesellschaft der Fundação Getúlio Vargas in Rio de Janeiro, und davor als Rechtskoordinatorin des Museums für Moderne Kunst von São Paulo. Als Juristin betreute ich hauptsächlich Kulturerbeinstitutionen und Kulturprojekte. Besonders stolz bin ich auf die Entwicklung einer Urheberrechtsrichtlinie für die Pinacoteca do Estado de São Paulo, die die Institution bei ihren Zielen im Bereich der Kulturerhaltung und Kulturvermittlung unterstützt. 

Ich habe an der Universität São Paulo promoviert und an der LMU München, an der Yale University und an der UC Berkeley Law School studiert und geforscht. Vor meinem Jurastudium absolvierte ich eine technische Ausbildung im Bereich Datenverarbeitung bei COTUCA-Unicamp. Ich bin Autorin und Co-Autorin mehrerer Bücher und zahlreicher Fachartikel, die in meinen akademischen Online-Profilen zu finden sind. 

 

Ivar Hartmann

 

Ivar Hartmann lehrt und publiziert seit über 15 Jahren im Berich "Recht und Technologie". Er hat 12 Bücher, 41 Zeitschriftenartikel und 12 Buchkapitel veröffentlicht. Laut AD Scientific Index 2024 zählt er zu den 75 meistzitierten brasilianischen Rechtswissenschaftler:innen, gemessen am h-Index von Google Scholar der letzten sechs Jahre. Hartmann wurde unter anderem von der New York Times, dem Wall Street JOurnal, Le Monde, Reuters, Folha de São Paulo, O Globo Valor Econômico, Estadão und Correio braziliense zitiert. Als Rechtsprofessor trat Hartmann vor dem Obersten Bundesgerichtshof Brasiliens und vor dem brasilianischen Kongress auf, um seine Forschungsergebnisse zu Meinungsfreiheit, Online-Desinformation und Regulierung der Künstlichen Intelligenz zu präsentieren. Er besitzt einen LLB und MSc der Katholischen Universität von Rio Grande do Sul (PUC-RS), einen LLM der Harvard Law School und einen Doktortitel der Staatlichen Universität von Rio de Janeiro. Hartmann ist ausserordentlicher Professor am INSPER in São Paulo (seit 2021) und war Professor an der FGV Law School in Rio de Janeiro (2013-2020), wo er unter anderem das Center for Technology and Society (CTS-FGV) leitete. 

 

Contact Information

Universität St. Gallen: 

Bei Fragen zur Bewerbung/Anmeldung für ein Austauschsemester und zu Visa-Verfahren: Student Mobility Services
Paula Vignola de Marco
Dufourstrasse 50
CH-9000 St. Gallen
Phone: +41 71 224 34 08
paula.vignolademarcounisg.ch

Akademische Anfragen:
Prof. Dr. Mariana Valente
Varnbüelstrasse 19
CH-9000 St. Gallen
Phone number: +41 71 224 26 13
mariana.valente@unisg.ch

Stipendium Details:
Leilani Dian Mendes
Varnbüelstrasse 19
CH-9000 St. Gallen
leilani.dianmendes@student.unisg.ch

INSPER:

Bei akademischen Fragen und Fragen zum Studium:
Prof. Dr. Ivar A. Hartmann
Office 710
Rua Quatá, 300 – Vila Olímpia
São Paulo, SP – Brasil
CEP: 04546-042
ivarAGMLH@insper.edu.br

Bei Fragen bezüglich Studierendenlebens, zur Universitätsverwaltung, zu ECTS Credits, etc.:
Student Mobility Services
Andreia Lopes de Castro Ribeiro
Rua Quatá, 300 – Vila Olímpia
São Paulo, SP – Brasil
CEP: 04546-042
andreialcr@insper.edu.br

Mentor:innen

Mentor:innen Frühling 2026

Dr. Clemens Stach | Associate Professor, Director at the Institute of Behavioral Science and Technology at the University of St. Gallen

Dr. Clemens Stachl ist außerordentlicher Professor und Direktor des Instituts für Verhaltenswissenschaft und Technologie an der Universität St. Gallen in der Schweiz. Er promovierte in Psychologie und Statistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Vor seiner Berufung in die Schweiz war er als Postdoktorand an der LMU und an der Stanford University in den USA tätig. Seine Forschung analysiert menschliches Verhalten in digitalen Umgebungen und untersucht, wie digitale Spuren psychologische Merkmale, Zustände und Geschäftsergebnisse offenbaren. Durch die Integration traditioneller Methoden mit umfangreichen Daten liefert seine Arbeit Erkenntnisse darüber, wie Technologie die menschliche Psychologie und Entscheidungsfindung auf individueller und gesellschaftlicher Ebene beeinflussen kann.

Dr. Luise Koch | researcher at the TUM School of Social Sciences and Technology at the Technical University of Munich

Dr. Luise Koch ist Wissenschaftlerin an der TUM School of Social Sciences and Technology der Technischen Universität München. Ihre Arbeit liegt an der Schnittstelle von Digitalpolitik, Gender Studies und computergestützter Sozialwissenschaft. Ihr Fokus liegt auf technologiebedingter geschlechtsspezifischer Gewalt und deren Auswirkungen auf demokratische Teilhabe und Online-Governance. Sie kombiniert Methodenmix, darunter groß angelegte Social-Media-Analysen und Primärdatenerhebung, um zu untersuchen, wie digitale Umgebungen Inklusion und Exklusion im politischen Diskurs prägen. Ihre Forschungsergebnisse wurden in Fachzeitschriften wie „Information, Communication & Society“ und „Trauma, Violence, & Abuse“ veröffentlicht und umfassen Kooperationen in Europa, Lateinamerika und Südasien.

Dr. Thorsten Busch | Senior Lecturer at the ZHAW Center for Sustainability Leadership and a Lecturer at the University of St. Gallen

Dr. Thorsten Busch ist Senior Dozent am ZHAW Center for Sustainability Leadership und Dozent an der Universität St. Gallen. In den letzten Jahren lehrte er Spieltheorie, Wirtschaftsethik, Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit, kritisches Denken, Technologieethik, verantwortungsvolle Innovation und Ethik im digitalen Marketing an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), der Universität St. Gallen (CH), der Trinity Business School (IE) und der HEC Montréal (CA). Zuvor war er Postdoktorand im Bereich Spieltheorie an der Concordia University in Montréal (CA), Gastdozent für Corporate Social Responsibility an der Universität Konstanz (DE) und Senior Research Fellow für Datenethik an der Universität St. Gallen. Er promovierte in Organisations- und Kulturtheorie an der Universität St. Gallen und erwarb einen Master-Abschluss in Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Management an der Universität Oldenburg (DE).

 

Mentor:innen Frühling 2025

Dr. Angela Müller | Executive Director AlgorithmWatch CH, Executive Board Member AlgorithmWatch

Angela ist Geschäftsführerin von AlgorithmWatch CH in Zürich und Vorstandsmitglied von AlgorithmWatch in Berlin. Zuvor leitete sie vier Jahre lang das Policy-Team von AlgorithmWatch. Sie ist verantwortlich für die Gesamtstrategie der Organisation und insbesondere für deren Arbeit in den Bereichen Politik und Untersuchungen. Angela wurde als Expertin vor dem Europarat, dem Deutschen Bundestag und dem Schweizer Parlament vernommen und 2024 zu einer der „100 Frauen in der KI-Ethik“ weltweit ernannt. Sie ist Mitglied von Expert:innengruppen der Schweizer Bundesverwaltung und – neben ihrer Tätigkeit bei AlgorithmWatch – der Eidgenössischen Medienkommission. Angela studierte politische Philosophie und Ethik und promovierte an der Universität Zürich in Rechtswissenschaften. Ihre Forschung konzentrierte sich auf die grenzüberschreitende Anwendbarkeit von Menschenrechten im Kontext von Globalisierung und neuen Technologien. Sie war Gastwissenschaftlerin an der Columbia University in New York und der Hebräischen Universität Jerusalem.

Vor ihrer jetzigen Position bekleidete sie Stellen an verschiedenen Universitäten, für eine Innovationsplattform, einen zivilgesellschaftlichen Thinktank für Außenpolitik und das Schweizer Außenministerium.

Bruno Rodrigues | Assistant Professor of Embedded Sensing Systems at the Institute of Computer Science in Vorarlberg (ICV), University of St. Gallen (HSG)

Bruno Rodrigues ist Assistenzprofessor für Eingebettete Sensorsysteme am Institut für Informatik in Vorarlberg (ICV) der Universität St. Gallen (HSG). Er promovierte 2020 an der Universität Zürich in Informatik und forschte dort bis 2023 als Postdoktorand zu passiven drahtlosen Sensortechnologien. Seine Forschung verbindet die theoretischen und praktischen Aspekte von Sensoren mit einem Schwerpunkt auf Kommunikationsprotokollen und deren Abwägungen hinsichtlich Leistung, Effizienz und Sicherheit in verschiedenen realen Anwendungen.

Mentor:innen Herbst 2024

Dr. Janna Hastings

Janna Hastings ist Assistenzprofessorin für Medizinische Wissens- und Entscheidungsunterstützung am Institut für Implementierungswissenschaft im Gesundheitswesen der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich und stellvertretende Direktorin der Medizinischen Fakultät der Universität St. Gallen. Sie promovierte 2019 in Computerbiologie an der Universität Cambridge und erwarb Masterabschlüsse in Informatik (2011) und Philosophie (2012). Ihre interdisziplinäre Forschung untersucht, wie fortschrittliche computergestützte Ansätze die medizinische Forschung voranbringen und die klinische Praxis unterstützen können. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Anwendung neuer, leistungsstarker und multimodaler Ansätze der künstlichen Intelligenz in einem breiten Spektrum klinischer Anwendungsfälle sowie auf deren Effektivität, Generalisierbarkeit und Interpretierbarkeit.

Dr. Bruno Mascello

Bruno Mascello ist außerordentlicher Professor für Wirtschaftsrecht und Legal Management sowie Akademischer Direktor der Executive School of Management, Technology and Law (ES-HSG) an der Universität St. Gallen. Dort verantwortet er auch die Weiterbildungsprogramme Executive Master Management & Law (EM ML-HSG) und Management für den juristischen Beruf (MLP-HSG). Er lehrt zudem an der Universität St. Gallen und ihrer Executive School und forscht und publiziert im Bereich Legal Management. Darüber hinaus ist er als Rechtsanwalt und Berater tätig.

Dr. Graziela Tonin

Graziela ist seit 19 Jahren in der Technologiebranche tätig und hat dabei vielfältige Positionen bekleidet. Nach ihrer Tätigkeit als Projektmanagerin wechselte sie in die Beratung. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Implementierung agiler Methoden und Softwareentwicklungspraktiken sowie der Organisation von Teams, Prozessen und KPIs. Darüber hinaus engagiert sich Graziela in der Durchführung von Workshops und hält Vorträge in Unternehmen, auf Veranstaltungen und an Universitäten in Brasilien und im Ausland.

Sie promovierte in Informatik und wurde mit dem US IBM World Award und dem Women of Value Award ausgezeichnet. Graziela ist Direktorin des Studiengangs Computer Engineering und Professorin im Studiengang Ingenieurwesen und Informatik am Insper Institut. Ihre akademische Laufbahn begann sie mit Lehrveranstaltungen in postgradualen Studiengängen im Technologiebereich. Später wurde sie Professorin an der Bundesuniversität, wo sie acht Jahre lang lehrte. Nach Erreichen der Associate-Professur wechselte sie zum Insper Institut, wo sie seit fast drei Jahren tätig ist.

In ihren elf Jahren Lehrtätigkeit hat sie kontinuierlich Kurse zu agilen Methoden unterrichtet und verschiedene Lehransätze erprobt und weiterentwickelt. Sie hat bereits Tausende von Studierenden ausgebildet.

Graziela hat zudem gezielt Initiativen ergriffen, um den Anteil von Frauen in der Technologiebranche zu erhöhen und das Arbeitsumfeld insgesamt zu verbessern, damit sie ihre Karriere erfolgreich fortsetzen können. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit engagiert sie sich aktiv als Mentorin und unterstützt verschiedene nationale Programme zur Förderung von Unternehmertum und Innovation, darunter Inovativa Brasil.

Kolleg:innen

Kolleg:innen Frühling

Beatriz Rodrigues de Freitas

Ich stamme ursprünglich aus Juazeiro do Norte und studiere derzeit mit einem Stipendium Computertechnik am Insper in São Paulo. Während meines Bachelorstudiums habe ich mich mit Bildung, künstlicher Intelligenz und Bioingenieurwesen beschäftigt. Ich interessiere mich seit jeher für verschiedene Bereiche und engagiere mich seit meiner Schulzeit in Bildungsprojekten, da ich fest davon überzeugt bin, dass Bildung einen großen Einfluss auf die Gesellschaft hat. Ich freue mich sehr, Teil des DPLP-Programms zu sein und von meinen Kommilitonen und Mentoren zu lernen. Durch das Programm möchte ich forschen und meine Perspektive auf den ethischen Einsatz von Technologie zum Wohle verschiedener gesellschaftlicher Gruppen erweitern. Ich bin außerdem gespannt darauf, Erfahrungen in der akademischen Welt zu sammeln, die ich als potenziellen Karriereweg sehe. Darüber hinaus möchte ich meine Führungsqualitäten weiterentwickeln, um andere zu inspirieren.

Ellen Coutinho Lião da Silva

Ellen begeistert sich für die Schnittstelle von Technologie und gesellschaftlicher Wirkung. Sie studiert Computertechnik mit einem Vollstipendium am Insper College und absolvierte ihre Schulausbildung an staatlichen brasilianischen Schulen, wo sie die Herausforderungen des brasilianischen Bildungssystems hautnah erlebte. Sie engagierte sich bereits als studentische Hilfskraft in Kursen wie Webtechnologien und den großen Herausforderungen der Ingenieurwissenschaften. Durch das DPLP-Programm möchte Ellen ihr Verständnis der Technologie- und Informationssoziologie vertiefen und gleichzeitig in eine innovative Kultur eintauchen, um ihre Problemlösungs- und Kreativitätsfähigkeiten weiter auszubauen.

Isabela Borges Monti

Isabela ist die erste in ihrer Familie, die studiert, und erhält ein Vollstipendium am INSPER College. Mit ihrem Hauptfach Wirtschaftswissenschaften hat sie bereits Erfahrung als wissenschaftliche Hilfskraft am Center of Finance and Macroeconomics des INSPER College gesammelt und kürzlich ein Praktikum am Center of Economics of the Human Development der Universität Chicago absolviert, das sie dank des Summer Institute in Social Research Methods abschließen konnte.

Ihre Interessen liegen an der Schnittstelle von Data Science und Wirtschaftswissenschaften. In ihrer Freizeit engagiert sie sich als Projektmanagerin bei InsperData, einem studentischen Datenanalyse-Club. Obwohl sie bereits Erfahrung mit sozialen Projekten gesammelt hat und von NGOs wie ISMART und dem Colégio Embraer profitierte, hat sie sich Zeit genommen, alle Bereiche der Wirtschaftsforschung zu erkunden – von der Politikwissenschaft bis zum Aktienmarkt –, bevor sie sich auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisiert hat. Ihr Ziel ist es, nicht nur die erste Wirtschaftswissenschaftlerin ihrer Familie zu werden, sondern auch die erste mit einem Doktortitel.

Maria Sthefanny Cavalcante da Penha

Ich bin eine Jura-Studentin mit Vollstipendium an der INSPER Universität und begeistere mich für die Schnittstelle zwischen Recht und Technologie. Derzeit forsche ich zu Technologieverträgen und Datenschutz, angetrieben von meinem Interesse daran, wie Innovationen traditionelle Rechtsrahmen in Frage stellen. Ich erforsche gerne, wie Erkenntnisse aus verschiedenen Bereichen wie Technologie, Ethik und Politik das juristische Denken und die Praxis bereichern können. Durch das DPLP-Programm möchte ich meine internationale Perspektive erweitern, mich mit vielfältigen Menschen vernetzen und einen Beitrag leisten, während ich gleichzeitig von anderen lerne.

Kolleg:innen Herbst

Théo Gauthier

Théo Gauthier studiert derzeit Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen mit den Schwerpunkten Unternehmertum, strategisches Management und Technologieintegration. Neben seinem Studium erweitert er seine Kenntnisse in Cybersicherheit und internationalen Beziehungen. Seine Innovationsbegeisterung speist sich aus seiner Liebe zum Meer als Segler und seinem tiefen Interesse an Technologie. Nach einem Auslandssemester in Korea freut sich Théo darauf, die Herausforderungen des Digital Policy Leadership Program anzunehmen. Er ist gespannt darauf, dieses Umfeld kennenzulernen, und ist überzeugt, dass diese Erfahrung seinen Horizont erweitern und ihm neue Perspektiven eröffnen wird.

Paul Eckstein

Ich studiere Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen und begeistere mich für Finanzen sowie für das Verständnis komplexer Systeme. Meine Arbeitsweise basiert auf detaillierter Analyse und dem Fokus auf ergebnisorientiertes Arbeiten auch unter Druck. Ich bin mit vollem Einsatz dabei, wenn ich mich in Projekte vertiefe und komplexe Probleme angehe. Die Arbeit im Team ist für mich eine Quelle der Energie und Leistungsfähigkeit, da ich gerne mit anderen zusammenarbeite. Neben meinem Studium treibe ich Sport, insbesondere Laufen, Calisthenics und Surfen. Ich interessiere mich besonders für das DPLP-Programm, um ein tieferes Verständnis von Digitalpolitik und Führung zu erlangen, da ich dessen hohe Relevanz und die damit verbundenen Möglichkeiten zur positiven Gestaltung erkenne.

Felix Ebert

Mein Name ist Felix, ich bin 22 Jahre alt und studiere Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen. Neben meinem Studium engagiere ich mich aktiv im studentischen Hochschulleben – insbesondere organisiere und produziere ich Theaterstücke mit unserem Theaterclub.

Wenn ich nicht auf dem Campus bin, findet man mich meistens beim Sport – am liebsten beim Laufen und Schwimmen – oder beim Lesen.

Meine zwei markantesten Eigenschaften sind wohl meine Spontaneität und mein kreativer Sinn für Humor.

Ich habe mich für São Paulo als Studienort entschieden, weil ich dort die Möglichkeit habe, einen neuen Kontinent zu entdecken, die lebendige Kultur Brasiliens zu erleben und natürlich während meines Aufenthalts zu forschen!

Markus Nussbaumer

Als deutsch-brasilianische Studentin im vierten Semester an der Universität St. Gallen freue ich mich sehr, am Digital Policy Leadership Program (DPLP) teilzunehmen. Da ich einen Teil meiner Schulzeit in Brasilien verbracht habe, fühle ich mich der brasilianischen Kultur und den Menschen sehr verbunden. Mein bevorstehendes Austauschsemester am Insper São Paulo bietet mir die einzigartige Gelegenheit, diese Verbindung zu vertiefen und mich mit der akademischen, politischen und wirtschaftlichen Landschaft Brasiliens auseinanderzusetzen. Ich freue mich besonders auf den direkten Austausch mit den Studierenden vor Ort und darauf, die vielfältigen Möglichkeiten des DPLP optimal zu nutzen – beides wird meinen Horizont erheblich erweitern und meinen akademischen und beruflichen Weg bereichern. Ich möchte den komplexen Zielkonflikt zwischen der Förderung unternehmerischer Freiheit und der Gewährleistung eines verantwortungsvollen und ethischen Einsatzes neuer Technologien in einem dynamischen politischen Umfeld kritisch beleuchten und diskutieren.

Erfahrungsberichte

«Daniela, eine INSPER Studentin an der HSG»
Mein Studium in St. Gallen hat mein Leben verändert. Da ich aus einer einkommensschwachen Familie stamme, hätte ich ein Austauschprogramm nie für möglich gehalten – doch INSPER und die Lemann-Stiftung haben es möglich gemacht. Das Programm verband akademische Exzellenz mit internationaler Erfahrung: von einem Besuch bei den Vereinten Nationen in Genf bis hin zur Präsentation eines KI-Projekts bei der Rothschild Bank. Ich habe mich mit Digitalrecht auseinandergesetzt, an Forschungsprojekten teilgenommen und ein Mentoring erhalten, das mir geholfen hat, meinen Karriereweg zu finden. Nun kehre ich nach Brasilien zurück, fest entschlossen, an der Schnittstelle von Recht, Technologie und Politik zu arbeiten.
«Andri, ein HSG Student an der INSPER»
Ich bin zutiefst dankbar für die Möglichkeit, ein Auslandssemester in São Paulo verbracht zu haben – eine Erfahrung, die meinen Horizont ungemein erweitert hat. Das Leben und Studieren in Brasilien ermöglichte es mir, die komplexen sozioökonomischen Gegensätze des Landes zu erleben und zu reflektieren, mich an unterschiedliche Lehrstile anzupassen und eine unglaublich reiche und vielfältige Esskultur zu entdecken. Gleichzeitig hatte ich das Glück, dieses riesige und wunderschöne Land am anderen Ende der Welt zu erkunden – von pulsierenden Städten bis hin zu atemberaubenden Naturlandschaften. Ein herzliches Dankeschön an die Fundação Lemann für diese unvergessliche Reise!
«Ruth, eine INSPER Studentin an der HSG»
Ich nahm am DPLP-Programm der Universität St. Gallen in der Schweiz teil und konzentrierte mich dort auf die Regulierung und die Auswirkungen digitaler Plattformen im Kontext der sich rasant entwickelnden digitalen Wirtschaft. Dank des interdisziplinären Ansatzes des Programms untersuchte ich, wie wichtige Gesetze, wie beispielsweise der EU-Digitalgesetzgebungsakt, die Marktdynamik und die Rechte der Nutzer prägen. Gleichzeitig befasste ich mich mit übergreifenden Themen wie der algorithmischen Steuerung und der Regulierung von Gesichtserkennungstechnologien. Ein Höhepunkt des Programms war der Austausch mit Vertretern der Vereinten Nationen und anderen globalen Akteuren, um zu erörtern, wie Unternehmen, Regierungen und die Zivilgesellschaft zusammenarbeiten können, um gerechtere und transparentere digitale Ökosysteme zu schaffen. Die Forschung im Rahmen des Programms erweiterte meine Fremdsprachenkenntnisse und meine Fähigkeit, die Regulierung digitaler Märkte in verschiedenen Ländern zu analysieren und effektive sowie anpassungsfähige Praktiken zu identifizieren. Dieser akademische und kulturelle Austausch bestärkte mich in meinem Bestreben, verantwortungsvolle Innovationen im Privatsektor mitzugestalten und zu internationalen Strategien für eine inklusive und nachhaltige digitale Transformation beizutragen.
«Thiago, ein INSPER Student an der HSG»
Die Teilnahme am Austauschprogramm war eine unglaubliche Erfahrung. Und die Mitgliedschaft im DPLP hat das Ganze noch surrealer gemacht. Vom Besuch des UN-Palastes in Genf bis zum Anblick von Schnee auf dem Matterhorn – ich habe Orte gesehen, von denen ich nie zu träumen gewagt hätte. Außerdem bot mir diese Reise zahlreiche Möglichkeiten, mich mit internationalen Professoren und Forschern zu vernetzen und ihre unterschiedlichen Ideen und Einsichten auch außerhalb der akademischen Welt kennenzulernen. Nicht zuletzt hat mir die Zeit fernab von zu Hause geholfen, reifer und reifer zu werden und mich auf meine nächste Reise vorzubereiten!
«Benjamin, ein HSG Student an der INSPER»
INSPER hat mich dazu angeregt, neue Wege zu gehen. Der partizipative und diskussionsorientierte Ansatz der Universität hat komplexe Themen wie Nachhaltigkeit und Globalisierung lebendig werden lassen – insbesondere im Kontext Brasiliens als BRICS-Staat. Die Professoren waren engagiert, die Lehrveranstaltungen anregend und das akademische Umfeld dynamisch und kooperativ. Das Studium in São Paulo hat dem Ganzen eine zusätzliche Dimension der Praxis verliehen, und ich habe ein tieferes Verständnis dafür gewonnen, wie Schwellenländer wie Brasilien die globalen Debatten prägen.
«Camila, eine INSPER Studentin an der HSG»
Die Teilnahme am Digital Policy Leadership Program in St. Gallen war eine meiner besten Entscheidungen. Als Studentin der Mechatronik mit einer Leidenschaft für Bioethik eröffnete mir die Auseinandersetzung mit digitaler Politik neue Perspektiven – insbesondere durch meine Forschung am Digital Health Interventions Institute. Das Zusammenleben mit Studierenden aus aller Welt, der Besuch der UN in Genf und sogar ein Bungee-Sprung im Tessin machten die Erfahrung unvergesslich. Ich kehrte selbstständiger, neugieriger und inspiriert zurück, weiterhin an der Schnittstelle von Technologie und dem Leben der Menschen zu arbeiten.
«Constantin, ein HSG Student an der INSPER»
Ein Semester in Brasilien zu verbringen, hat mein Leben verändert. Dank der Lemann Foundation konnte ich am Digital Policy Program von INSPER teilnehmen – eine Erfahrung, die alle meine Erwartungen übertraf. Die Kurse, das Mentoring und der Austausch prägten nicht nur mein akademisches Denken, sondern auch meine Weltsicht. São Paulo wurde zu einer zweiten Heimat. Ich war tief berührt von der Herzlichkeit und Offenheit der Menschen und kehre mit dauerhaften Freundschaften, neuen Perspektiven und einer tiefen Verbundenheit zu Brasilien zurück. Muito obrigado, Brasil. Até logo.
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Blog Posts

Geneva Days

Vom 14. bis 15. November begleitete Professorin Mariana Valente die Jahrgänge 2024.01 und 2025.1 des Digital Policy Leadership Program (DPLP) auf einer Exkursion zu internationalen Organisationen in Genf.

Das DPLP ist ein einsemestriges Austauschprogramm zwischen Studierenden der Universität St.Gallen (Schweiz) und Insper (Brasilien). Es wird von der Lemann-Stiftung gefördert und hat sich zum Ziel gesetzt, die nächste Generation von Führungskräften im Bereich der Digitalpolitik für beide Länder auszubilden.

Während des Besuchs erhielten die Studierenden Einblicke in das internationale Ökosystem der Digitalpolitik.

Tag 1

Der Tag begann mit einem Besuch der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) und einer Präsentation über deren Bemühungen zum Schutz der Ideen von Innovatoren und Kreativen über Grenzen hinweg. Beim anschließenden Mittagessen mit Marcelo Daher, dem Menschenrechtsbeauftragten für Meinungsfreiheit beim OHCHR, erkundeten die Studierenden das UN-System und die Auswirkungen der Informationsintegrität auf die Menschenrechte.

Bei der DiploFoundation gab Marilia Maciel, Leiterin des Bereichs Digitaler Handel und Internetpolitik, einen Überblick über die dynamische digitale Politikszene Genfs und die laufenden globalen Verhandlungen.

Der Tag schloss bei der brasilianischen Vertretung bei der WTO, wo Ministerrat Erika Watanabe Patriota und brasilianische Diplomaten ihre Sichtweisen auf Brasiliens Position in den Diskussionen über digitale Governance darlegten.

Tag 2

Bei der UNCTAD hatten die Studierenden die Gelegenheit, Alexander Riveros, Leiter des Direktoriums der Abteilung Technologie und Logistik, und die Ökonomin Laura Cyron zu treffen. Sie erfuhren, wie die UNCTAD Entwicklungsländer dabei unterstützt, Technologie für inklusives und nachhaltiges Wachstum zu nutzen, und konnten sich direkt mit den Experten des Berichts zur digitalen Wirtschaft 2024 austauschen.

Der Besuch endete mit einer Führung durch den berühmten Palais des Nations unter der Leitung von Mazin Khan von UNITAR, die den Studierenden einen Einblick in Genfs reiche diplomatische Geschichte gewährte.

Unser Besuch begann bei der WIPO, wo Frau Deblue die Mission der WIPO zur Förderung von Innovationen durch geistiges Eigentum vorstellte. Sie erläuterte deren internationale Rolle und Initiativen zur Unterstützung von Unternehmen, politischen Entscheidungsträgern und Ländern.

Anschließend führten wir ein informelles Mittagessen mit Pedro Lana und Raquel Gatto, die mit ISOC und CGI.br (dem brasilianischen Internet-Lenkungsausschuss) verbunden sind. Sie erklärten das Multi-Stakeholder-Governance-Modell und die Mission der Internet Society, ein offenes, global vernetztes, sicheres und vertrauenswürdiges Internet zu fördern, und gaben Einblicke in digitale Inklusion, politische Interessenvertretung und aktuelle Debatten zur Internet-Governance.

Nach dem Mittagessen besuchten wir die DiploFoundation, wo Frau Horejsova die Arbeit von Diplo zur Stärkung der Beteiligung von Entwicklungsländern an der globalen digitalen Governance präsentierte. Sie hob die Kurse und Programme hervor, die zukünftige Führungskräfte auf die Herausforderungen der digitalen Diplomatie und Politik vorbereiten.

Im Palais des Nations trafen wir Frau Azin Tadjdini vom OHCHR. Frau Tadjdini gab uns einen klaren Überblick über die Funktionsweise des UN-Systems, erörterte Prioritäten für den digitalen Bereich und stellte die Initiative „Global Digital Compact“ vor.

Der Abend klang mit einem Abendessen und einer Diskussion mit Isabel Ebert vom B-Tech-Projekt aus. Wir sprachen über die Interaktion zwischen der UN und Unternehmen und darüber, wie das B-Tech-Projekt große Technologiekonzerne wie Meta, Microsoft und Cisco dabei unterstützt, ihre Nutzungsbedingungen zu verbessern, um sicherzustellen, dass Plattformen weiterhin die Menschenrechte achten.

Am zweiten Tag besuchten wir die UNCTAD, wo Frau Cyron einen Vortrag über die ökologischen und entwicklungspolitischen Auswirkungen der Digitalisierung hielt. Wir diskutierten, wie die digitale Transformation den Welthandel verändert und wie wichtig es ist, inklusivere und nachhaltigere digitale Wirtschaftssysteme zu fördern.

Wir beendeten unseren Besuch bei UNITAR, wo wir den Palais des Nations besichtigten und mehr über die Rolle von UNITAR bei der Stärkung von Aus- und Weiterbildung für internationale Zusammenarbeit und Diplomatie erfuhren.

Wir sind allen Organisationen und Fachkräften, die uns so herzlich empfangen, ihre Zeit und ihr Fachwissen mit uns geteilt und dazu beigetragen haben, diesen Besuch zu einer außergewöhnlichen Lernerfahrung zu machen, zutiefst dankbar. Ihre Offenheit und ihre wertvollen Einblicke haben uns alle nachhaltig geprägt, und wir freuen uns darauf, diese Verbindungen in unserer zukünftigen Arbeit weiter auszubauen.

* Das DPLP ist ein Austauschprogramm, das Studierende des Insper Institute in Brasilien und der Universität St. Gallen in der Schweiz zusammenbringt. Es wird von der Lemann-Stiftung finanziert und von der Stiftung für Recht und Wirtschaft unterstützt. Ziel des Programms ist die Ausbildung der nächsten Generation von Führungskräften im Bereich Digitalpolitik und Internet-Governance. Es steht Bachelorstudierenden beider Hochschulen offen und begrüßt die Teilnahme von Studierenden mit unterschiedlichen akademischen Hintergründen.

 


 

 

Geneva Days 2026

Am 11. und 12. Mai begleiteten wir den Jahrgang 2026 des Digital Policy Leadership Program durch die Geneva Days – einen der prägenden Höhepunkte des Programms. Diese zwei Tage bieten den Fellows etwas, das kein Hörsaal vollständig ersetzen kann: direkte Begegnungen mit den Institutionen, Menschen und Prozessen, die Digitalpolitik weltweit gestalten – sowie einen offenen Einblick in die Komplexität internationaler Arbeit in diesem Bereich und die vielfältigen Karrierewege, die sich daraus ergeben.

Tag Eins: Menschenrechte, Wissen und die Architektur digitaler Governance

Unser erster Besuch führte uns zum Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte (OHCHR), wo Marcelo Daher, ein Menschenrechtsspezialist, die Gruppe durch die vielfältige Arbeit des Büros führte – von der Begleitung von Sonderberichterstattern und der Unterstützung von Untersuchungskommissionen bis hin zur Verankerung von Menschenrechtsstandards in digitalen Governance-Agenden, einschließlich KI-Regulierung und Plattformverantwortlichkeit. Er sprach auch offen über den Druck, dem das Büro derzeit ausgesetzt ist: Budgetkürzungen, staatsgetriebene Agenden und die politische Instrumentalisierung der Meinungsfreiheit schränken den Handlungsspielraum für wirksame Menschenrechtsarbeit zunehmend ein.

Anschließend nahmen die Fellows an einer Gruppendiskussion mit Sean Flynn, Direktor des Centre on Knowledge Governance, teil – einer Gesprächsrunde, die auf empirischer Forschung aufbaute. Flynn zeichnete die Schnittstelle von geistigem Eigentum und Entwicklung nach und zeigte, dass Debatten rund um Urheberrecht und KI keineswegs eindimensional sein müssen. Sorgfältig gezogene Unterscheidungen zwischen kommerziellen Nutzungen und solchen, die Forschung oder dem öffentlichen Interesse dienen, können die Agenda für einen freien Wissenszugang substanziell voranbringen.

Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Besuch bei der Diplo Foundation, wo Sorina Teleanu, Direktorin für Wissensmanagement, einen eindrücklichen Überblick über die Arbeit der Stiftung in der Ausbildung von Diplomatinnen und Diplomaten für digitale Governance-Fragen gab. Ihre Führung durch die überlagernden Schichten internationaler Digitalpolitik war für viele Fellows eine Offenbarung: Digitalpolitik umfasst, wie sich zeigte, Infrastruktur, KI, Entwicklung, digitale Wirtschaft, Menschenrechte, Sicherheit und Kapazitätsaufbau – und für jeden dieser Bereiche laufen gleichzeitig mehrere Prozesse, oft parallel und bisweilen in gegenseitiger Spannung.

Tag Zwei: Internetinfrastruktur, multilaterale Diplomatie und die digitale Wirtschaft

Der zweite Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstücksgespräch mit Carl Gahnberg, Senior Director of Public Policy and Technology bei der Internet Society (ISOC). Gahnberg entfaltete eine faszinierende historische Perspektive auf die Ursprünge der Internetinfrastruktur und die Herausforderungen ihrer frühen Entwicklung. Er führte die Gruppe tief in Themen wie technische Standards und die Verwaltung von Domainnamen ein – ein Bereich, der selten Schlagzeilen macht, ohne den das Internet jedoch schlicht nicht funktioniert. Im Gespräch wurde deutlich, dass „Internet Governance" vieles bedeuten kann; im spezialisierten Feld der Digitalpolitik ist der Begriff jedoch eng mit Debatten rund um die sogenannte „Infrastrukturschicht" verknüpft.

Es folgte eine Führung durch den Palais des Nations, geleitet von Ainun Jariyah von der Abteilung für multilaterale Diplomatie bei UNITAR. Mit spürbarer Begeisterung vermittelte sie historische und institutionelle Hintergründe der Vereinten Nationen und ihrer Gebäude – und stellte dabei immer wieder den Bezug zu den Arten von Diskussionen und Entscheidungen her, die dort täglich stattfinden. Besonders in Erinnerung blieb den Fellows die Gelegenheit, im Anschluss an eine multilaterale Sitzung zu Barrierefreiheitsrechten direkt mit Delegierten ins Gespräch zu kommen.

Den Abschluss der Reise bildete ein Besuch bei der UNCTAD, wo sich das Programm den Fragen der digitalen Wirtschaft widmete. Laura Cyron, Economic Affairs Officer in der Digital Economy Policy Research Section, präsentierte Daten und Überlegungen zur Konzentration im Technologiesektor – und zur wachsenden Konzentration in der KI-Forschung – sowie zu den vielschichtigen Herausforderungen globaler digitaler Inklusion. Im Mittelpunkt stand auch ein Bericht von 2024 über den ökologischen Fußabdruck digitaler Technologien. Das Fazit: Die Last liegt überproportional auf den Schultern der Entwicklungsländer – jener, die die wenigsten Vorteile abschöpfen, aber die größten Umweltkosten tragen.

Wir danken herzlich allen Institutionen, Fachleuten und Gastgeberinnen und Gastgebern, die unsere Delegation so offen empfangen und ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit uns geteilt haben. Laut unseren Studierenden war es eine augenöffnende und nachhaltig prägende Erfahrung.

Wir freuen uns bereits auf die nächsten Ausgaben dieser inspirierenden Initiative.

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